Irrtümer und aktuelle Entwicklungen im globalen Tierschutz

Niemand wird die großen Fortschritte bezweifeln, die sich seit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts im Bereich des Tierschutzes getan haben. Und doch gibt es auch eine Menge unrealistischer Erwartungen, es sind viele Lügen und immer auch ist nicht wenig Heuchelei im Spiel, wobei beispielsweise Siegel auf Produkten mit dem Hinweis auf das Tierwohl oft kommerziellen Interessen unterliegen. An Skandalen jedenfalls mangelt es nicht und mancher selbst ernannte Tierschützer betreibt zu Hause eine Hühnerfarm, deren Bewohner niemals das Tageslicht zu Gesicht bekommen! Aber wir wollen gar nicht so sehr ins Detail gehen, schauen wir lieber auf die konkreten Herausforderungen.

Heuchelei oder radikale Ansichten?

Besonders bekannt ist zum Beispiel der Hinweis, dass bei möglichen Rechtsgrundlagen für den Tierschutz und überhaupt in der ethischen Debatte oft genug quantitativ argumentiert wird. Viele Leute fordern weniger Fleisch auf dem Teller, Stichwort Veggie day, andere eine Reduzierung der Tierversuche. Doch was wäre damit getan? Es würden immer noch Tiere gegessen und es würde weiterhin an ihnen herumprobiert, was geht im Labor und was nicht! Das ist pure Heuchelei und eigentlich sollte eine konsequente Politik und Debatte in dieser Hinsicht fordern, dass eine Reduzierung von Fleischkonsum und Tierversuch irgendwann zumindest das Ziel formulieren, eine vollständige Überwindung dieser Zustände anzustreben. Davon freilich ist nirgendwo etwas zu lesen und so hinkt die Debatte von Anfang an.

Auf der anderen Seite sind übertrieben radikale Forderungen auch ein Problem. Sollten Tiere die gleichen Rechte haben wie Menschen? Werden hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen oder wollen solche Vorschläge von irgendetwas ablenken? Der Heißhunger der Dritten Welt auf Fleisch ist faktisch und wird sich kaum mit Verboten oder Hinweisen regeln lassen, es krankt an Konzepten bei den Radikalen, die der Realität auf dieser Welt gerecht werden könnten.

Ein Siegel für das Wohl der Tiere

Ein allerdings recht positiver Ausweis für den Tierschutz wäre ein entsprechendes Logo, ein Siegel, das ähnlich wie beim Biogemüse die Bedingungen bei der Haltung und Versorgung der Tiere würdigt. Dabei würde dann der Kunde bestimmen, ob man mehr Geld ausgeben möchte für eine faire Behandlung der Artverwandten, ein recht zuverlässiger Indikator, und Umfragen zufolge sind gerade in Deutschland rund 70 Prozent der Leute bereit, für das Wohl der Tiere auch mehr zu bezahlen! Ein einheitliches Prüfsiegel wird aber bisher von den Verbänden nur gefordert und ist noch lange nicht auf dem Weg, es gibt demgegenüber viele selbsternannte Aufkleber, aber denen bringen die Bürger wenig Vertrauen entgegen. Durch die Festlegung von Standards für einen solchen Ausweis ließe sich mit Sicherheit eine Menge für den Tierschutz und für die anständige Behandlung tun.