Militante Tierschützer: Welche Methoden sind zulässig?

Zwar hat sich viel getan in Europa und das Wohl der Tiere, ob nun als Nutzvieh oder wildlebend, steht oft genug sogar als Staatsziel in den entsprechenden Verfassungen und Grundgesetzen. Doch in vielen Ländern dieser Welt ist Tierschutz unbekannt, im Gegenteil werden oftmals Aktionen wie die Gewinnung von Pelzen und selbst absurde, abergläubische Praktiken sogar ausgeweitet! Ein gutes Beispiel ist China, wo etwa Bären in erbärmlichen Zuständen gehalten werden, weil man deren Gallensäfte gewinnen möchte. Die obsolete chinesische „Medizin“ ist abhängig von allerlei Raubbau an Tier und Pflanze und so braucht es radikalen Tierschutz, um diese verwerflichen Praxen zu bekämpfen. Aber welche Methode ist überhaupt an welcher Stelle die richtige?

Vom Infostand bis zur Demonstration

Seitdem der Tierschutz politisches und soziokulturelles Thema wurde, gab es eine Spaltung in eher normale, an klaren rechtlichen Verbindlichkeiten interessierte Leute und in militante Tierschützer, die radikale Aktionen und öffentlichkeitswirksame Straftaten bevorzugen. So gibt es natürlich weiterhin Infostände der Naturschutzbundes, dazu werden Tierheime unterstützt, es gibt Rundbriefe, Demonstrationen und Organisationen erhalten Hilfe, etwa bei der Betreuung und späteren wieder Aussetzung von Wildtieren. Das bewegt sich im normalen rechtlichen Rahmen und oftmals wird den gemäßigten Tierschützern dann eben auch Bequemlichkeit vorgeworfen, man habe einfach nur den warmen Sessel des Systems genommen, anstatt sich konkret um Veränderungen zugunsten der Tiere zu bemühen!

Ist die Naturschutz Szene gewaltbereit?

Ohne Zweifel gibt es einige Mitglieder, die schrecken nicht nur vor Gewalt und Unruhe zurück, sie rufen sogar gezielt dazu auf und kein Mittel scheint zu radikal: Da werden Treibjagden konkret gestört, es werden Walfänger bei ihren Ausfahren am Fischen gehindert, das kann bis zum Rammen der Boote gehen wie bei Aktionen der Tierschutzorganisation Sea Sheperd. Diese Vereinigung nutzt die Straflosigkeit in internationalen Gewässern aus und hat nach eigenen Angaben bereits 10 Boote versenkt, ein Umstand, der aggressive Anarchie auf den Weltmeeren spricht, zugleich aber auch die Bereitschaft der Szene verdeutlicht, für die Ziele und für das Wohl der Tiere eine Menge zu unternehmen.

Wie sich diese Aktionen nun moralisch oder auch strafrechtlich relevant einschätzen lassen, ist lange nicht klar. Natürlich ist es eine Sachbeschädigung, wenn ein Hochsitz umgesägt wird, aber der aufsteigende Jäger kann sogar tödlich verunglücken! Die Palette an Gewalttaten reicht von Einschüchterung bis zum Mord, wobei vor allem Brandstiftung und Einbruch ganz oben stehen auf der Liste der Tierschützer. Ein Richter wird also abwägen, denn obwohl es sich in der Regel um gewöhnliche Straftaten handelt, steht eine besondere Motivation dahinter und es ist denkbar, dass der Tierschutz auch durch milde Gerichtsurteile gegenüber militanten Tierschützern in Trippelschritten zwar, aber immerhin vorankommt.