Zur Historie der Tierschutzverbände

Der Blick auf die ganz großen Organisationen, auf die global tätigen Verbände, die sich dem Wohl der Tiere verschrieben haben, kommt auch in 2017 nicht ohne einen Rekurs auf die Geschichte aus. Wir brauchen dazu nicht bis in die Antike und zu den Schriften der anfänglichen Philosophen zurückgehen und auch die religiösen Besonderheiten, die manchmal im Umgang mit der (animalischen) Schöpfung formuliert sind, haben für das moderne Tierrecht und für den Einsatz für die Fauna nicht so viel zu tun. Vielmehr geht es um konkrete Maßnahmen und Vereine, um eine sich entwickelnde Lobbyarbeit und schließlich um die Entwicklungen, die im Zuge von Industrialisierung und Globalisierung in Bezug auf den Tierschutz geradezu unausweichlich sind.

England als Vorreiter und das konkrete Tierschutzrecht

Wie auch in politischen Rechten für Menschen so übernimmt England auch beim Tierschutz eine besondere Rolle und schon im Jahr 1822 gab es die gesetzliche Anordnung, Nutzvieh, also vom Schaf bis zum Pferd, nicht mehr zu misshandeln, bei Strafe wohlgemerkt. Diese Initiative wurde schnell ausgebaut und die ersten auch transnational agierenden Organisationen für das Tierwohl traten hervor, wovon dann auch weitere Staaten zunächst in Europa erfasst wurden. In Deutschland freilich war der Tierschutz lange Zeit weniger Thema, es gab demgegenüber sogar eine Ausweitung von Tierversuchen und erst die Nazis, ironischerweise, brachten ein Reichstierschutzgesetz ins Werk.

Die technische Entwicklung ging dabei eng einher mit den Rechten von Tieren und ein oft zitiertes Beispiel ist die Verdrängung der Pferde durch Kraftfahrzeuge, wobei gerade jetzt Mißhandlungen der Tiere noch viel mehr auffielen und entsprechend sanktioniert wurden. Tierversuche sind immer ein großes Thema, doch ist zugleich natürlich auch die Frage nach der eigentlichen politischen Motivation wichtig, schließlich ging es wie bei den Nazis ersichtlich oft auch um große Propaganda.

Politische Vereinnahmung oder verbrieft in der EU Verfassung?

So benutzten nachweislich radikale Linke oder Rechte den Tierschutz zur Ummantelung weiterer Ziele und ziemlich bekannt ist hier die massive Kritik am Schächten. Dieses recht brutale Vorgehen bei der Schlachterei lässt Tiere langsam – qualvoll – ausbluten und demgegenüber positionieren sich rechte wie linke Gruppen. Weil es sich um jüdische beziehungsweise islamische Bräuche handelt, ist der Fremdenhass nicht weit und man kann sehen, wie sich die vorgebliche Sorge um das Wohl der Tiere mit politischer Agenda vermischt.

Neben den in Deutschland für jedes Bundesland bestimmten Beauftragten für den Tierschutz ist wohl die Aufnahme einer solchen Bestimmung in den Entwurf der EU Verfassung ein echter Meilenstein, so geschehen in 2004. Tiere werden als „fühlende Wesen“ beschrieben und auch das deutsche Grundgesetz stellt das Wohl unserer animalischen Artverwandten als Staatsziel in den Fokus.